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Der Ausgleich

Es existiert immer der Bedarf Gewinn und Verlust auszugleichen. Um diesen Ausgleich zu machen, bezahlt oft der Gewinner auf Kosten anderer. Es kommt oft vor, dass bei Täter (nicht immer ein wesentliches Gewaltverbrechen) die Nachkommen, oft auch unbewusst, anstatt des Gewinners bezahlen sollen, um die Familienseele auszugleichen. Auch im Geschäftsbereich existiert solch ein Gleichgewichtgesetz. Es kann erscheinen, wenn die Belegschaft etwas auszugleichen versucht, was der Leiter falsch gemacht hatte und umgekehrt. Oder wenn ein Mitarbeiter in die Nachfolge eines anderen geht, um Ungerechtigkeit der Geschäftsführung auszugleichen. Ich, persönlich, habe solche Erfahrung in meinem Geschäft gehabt. Ich war einmal wirtschaftlich gezwungen einen Mitarbeiter zu entlassen. Ich sollte zwischen zwei Frauen und einem Mann wählen. Es war der einzige Mann im Team und als letzter ins Geschäft gekommen. Eine der Frauen war die Jüngste im Team. Ich wollte sie aber nicht kündigen, weil sie mehrere hundert Kilometer umgezogen war. Eine Kündigung konnte für sie einen großen sozialen und finanziellen Zusammenbruch bedeuten. Die andere Frau war eine loyale und sehr treue Mitarbeiterin. Sowohl im Team, als auch von mir war sie anerkannt und beliebt. Sie hatte aber eine etwas höhere Belohnung und war etwas langsam in der Arbeit. Für mich war es eine sehr schwierige Auswahl, wer entlassen werden sollte. Meine Gedanken bei der Entscheidung waren folgende: ich müsste diese dritte Mitarbeiterin kündigen, weil sie sozial sicherer war und sich beruflich sowieso verändern wollte. Dies sah sehr logisch aus. In Wirklichkeit passierte aber anders: Die Mitarbeiterin ließ sich aber nicht so einfach kündigen und verklagte bei Arbeitsgericht. Ich musste Sie behalten und einige Teilzeitkräfte entlassen, um die Kosten zu sparen. Diese Mitarbeiterin sollte jetzt die Arbeit der gekündigten Teilzeitkräfte erfüllen, diese Arbeit war für sie „niedrigere Tätigkeit“. Die jüngste Mitarbeiterin ist dann von sich aus gegangen und hat gekündigt. Nach ein paar Wochen hat auch der Mann gekündigt. In der Zwischenzeit hat sich die dritte Mitarbeiterin selbst gekündigt und sich später in einem ganz anderen Bereich verwirklicht. Ich habe also die Grundprinzipien der Systemischen Aufstellung nicht geachtet und die fehlerhafte Entscheidung getroffen. Richtig wäre es, denjenigen Mitarbeiter zu kündigen, der als letzter gekommen war. Das war aber der einzige Mann im Team. Die anderen zwei Mitarbeiter, die auch gekündigt haben, wollten meine Fehler ausgleichen. Als Folge habe ich drei Mitarbeiter und verschiedene Teilzeitkräfte verloren, was zu Erschwernissen im Unternehmen geführt hat und mich persönlich getroffen hat. Als am letzten Arbeitstag die Mitarbeiterin kam, die ich anfänglich entlassen hatte, um sich von mir zu verabschieden, habe ich gemischte Gefühle gehabt. Ich fühlte mich schuldig und traurig gleichzeitig, weil ich solch eine loyale Mitarbeiterin verloren hatte. Ich habe sogar Tränen in den Augen gehabt. Das war ein Gefühl mit der Liebe vergleichbar. Wir hatten beide auf dem Seelenniveau solch wie ein Abkommen gehabt. Mit unseren Blicken haben wir einander alles gesagt, was für das unser Weiterkommen notwendig war. So habe ich mich selbst mit meinen Kenntnissen über die Systemische Arbeit in die Nesseln gesetzt.   Nabenhauer Consulting – Robert Nabenhauer



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